Prof. Dr. Inge Seiffge-Krenke

 

Kontakt

Prof. Dr. Inge Seiffge-Krenke

Kostheimer Landstrasse 11

55246 Mainz Kostheim

Tel.: +49 6134 65151
E-Mail: seiffge-krenke@uni-mainz.de

 


Prof. Dr. Inge Seiffge-Krenke ist Professorin für Entwicklungspsychologie und hat nach Professuren fürEntwicklungspsychologie in Giessen, Berlin und Bonn bis 2013 an der Universität Mainz gearbeitet. Danach lehrte sie an der IPU und der PHB, Berlin sowie an der Catolica Pontificat Universitas Lima, Peru. Sie hat viele internationale Projekte geleitet, so u. a. zur Stressbewältigung an Jugendlichen in 21 Ländern und  europäische und deutsche Promotionen betreut.

Forschungsschwerpunkte ihrer teilweise sich auf über 15 Jahre erstreckenden Längsschnittstudien sind Eltern-Jugendlichen-Beziehungen, romantische Beziehungen, die Bedeutung des Vaters, und die neue Entwicklungsphase des „emerging adulthood.“ Ein neuer Schwerpunkt ist der Zusammenhang zwischen Identitätsentwicklung, und Familienbeziehungen, zu der sie in sieben Ländern Forschungskooperationen aufgebaut hat.

Für Inge Seiffge-Krenke war und ist die Verbindung von Forschung und analytischer Praxis immer ein ganz wichtiges Anliegen. Sie ist Psychoanalytikerin (DPV/IPV) und hat eine Ausbildung zur Erwachsenentherapeutin, aber auch eine abgeschlossene Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichentherapeutin (DGIP). Sie hat umfangreiche Erfahrungen in der Supervision von Ausbildungskandidaten und Institutionen wie Beratungsstellen und KJ-Kliniken.

Inge Seiffge-Krenke war langjährig Präsidentin der Europäischen Jugendforschung (EARA), ist Sprecherin des wissenschaftlichen Beirats der Lindauer Psychotherapiewochen, Sprecherin der OPD-KJ Konfliktachse und im Koordinationsrat der OPD-E. Für ihr Buch „Psychoanalytische und tiefenpsychologisch fundierte Therapie bei Jugendlichen“ (Klett-Cotta) hat sie 2007 den Heigl-Preis erhalten. Im Mai 2018 hat sie von der Society for Study of Emerging Adulthood (SSEA) den Best International Research Award erhalten; im September 2020 hat sie von der European Association for Research in Adolescence den EARA Lifetime Achievement Award verliehen bekommen. Sie ist, zusammen mit Franz Resch, Herausgeberin der Serie Psychodynamik kompakt. Zusammen mit Jürgen Körner und Cord Benecke ist Inge Seiffge-Krenke im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft psychodynamischer Professoren und Professorinnen(AGPPP).


Aktuell:


Sie finden hier das Schriftenverzeichnis 1974 bis 2021

Ausgewählte Veröffentlichungen der letzten Jahre:

Seiffge-Krenke, I. (2022). Partnerbeziehungen bei jungen Erwachsenen: Flucht vor der Intimität? Psychotherapeut https://doi.org/10.1007/s00278-022-00571-4

Seiffge-Krenke,I. (2022)Unvermindert aktuell und heute wichtiger denn je:die Bearbeitung des ödipalen Konflikts .Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie193, 81-99

Seiffge-Krenke, I (2021). Der ganz normale Narzissmus im Jugendalter und im „emerging adulthood“ in Döring, S. et al. (Hrsg). Narzissmus. (S. 435-454). Stuttgart: Schattauer.

Seiffge-Krenke, I. (2021). Identität und Beziehungen: Auswirkungen der veränderten Identitätsentwicklung auf Partnerschaften. Psychodynamische Psychotherapie 20, 17-27

Seiffge-Krenke I. & Escher, F.(2021).Entwicklung eines Fragebogens zur Selbst- und Fremdeinschätzung von OPD-KJ-Konflikten durch Patientinnen und Therapeutinnen. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 49 (5), 361-376.

Seiffge-Krenke, I., Posselt, M. (2021) Belastende Lebensereignisse vor und während der Therapie im Kontext anderer Moderatoren der Veränderung. Psychotherapeut 66, 332–343 https://doi.org/10.1007/s00278-021-00500-x

Volz, M., Ehrenthal, J.C., & Seiffge-Krenke, I. (2021). Does clinically relevant psychopathology in adolescents necessarily require treatment or does it “grow out”? Psychotherapy Research Psychotherapy Research, DOI: 10.1080/10503307.2021.1939457

Seiffge-Krenke, I. & Escher, F. (2021). Lassen sich intrapsychische Konflikte im Sinne der OPD-KJ-2 durch psychodynamische Psychotherapie verändern? Die Sicht von jugendlichen Patienten und ihren Therapeuten. Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie 70(5):423-444.  http://dx.doi.org/10.13109/prkk.2021.70.5.423

Seiffge-Krenke, I, & Hau, S. (2021). The Operationalized Psychodynamic Diagnostic for Children and Adolescents (OPD-CA): A new diagnostic  method to determine psychodynamic conflicts. Nordic Psychology, 73: 4, 385-390

Seiffge-Krenke, I., Sattel, H., Cavdar, D. et al. (2020). Adolescents’ somatic complaints in eight countries: what influence do parental rearing styles have?. European Journal of Child and Adolesent Psychiatry. https://doi.org/10.1007/s00787-020-01628-y

Seiffge-Krenke, I. & Shulman, S. (2020) Sind sexuelle Aktivitäten in der Adoleszenz für zukünftige Partnerbeziehungen gut? Zeitschrift für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, 22(2), 193-207.

Seiffge-Krenke, I. & Posselt, M.(2020). Qualitätssicherung in der psychodynamischen Psychotherapie: Diagnosespezifische Verläufe, der Einfluss unterschiedlicher Respondenten und ihre Sicht auf Moderatoren der Veränderung. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 1-17.

Seiffge-Krenke, I .(2020). Männerbilder im Wandel. Psychotherapie im Dialog PID, 4, 25-29.

Seiffge-Krenke, I. , Weitkamp, K., Cok, F., Glogowska, K., Pawlopoulos, V., Perchec, C., Rohail, I., & Saravia, J.C.(2019). Psychopathologie bei Jugendlichen aus sieben Ländern. Welche Bedeutung hat die Kontrolle von Identitätsentwicklung und Familienbeziehungen? Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 47,441-452.

Seiffge-Krenke, I. & Weitkamp, K. (2019). How individual coping, mental health, and parental behavior is related to identity development in emerging adults in seven countries. Emerging Adulthood. doi: 10.1177/2167696819863504

 

Neuere Bücher

 

Seiffge-Krenke & Schmeck (2020). Diagnostische und therapeutische Arbeit mit der OPD-KJ-2. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht

Die OPD-KJ strebt eine komplexe Erfassung psychodynamischer Prozesse an und bettet sie in den Entwicklungskontext ein. Abwechslungsreiche Falldarstellungen und vielfältige Anwendungsmöglichkeiten werden präsentiert. Neben dem Einsatz in der Diagnostik geht es in den Fallbeispielen vor allem auch um Fragen der Indikation, Behandlungsplanung und an der OPD-KJ-2 orientierten Durchführung von Behandlungen.

Seiffge-Krenke (2020). Jugendliche in der Psychodynamischen Psychotherapie. Stuttgart: Klett-Cotta

Es handelt sich um eine völlige Neubearbeitung des bewährten Lehrbuches „Psychoanalytische und tiefenpsychologisch fundierte Therapie mit Jugendlichen“, für das die Autorin den Heigl-Preis erhalten hat. Die Neuausgabe wurde gründlich überarbeitet und trägt dem Wandel der Krankheitsbilder, den neuen Möglichkeiten der Behandlung und den von Therapeuten geforderten Kompetenzen Rechnung. Es ist folgendes hinzugekommen bzw. wurde erweitert: Therapie mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund, Therapie struktureller Störungen, Konflikt- und Strukturdiagnostik, mentalsierungsbasierte Therapie, Qualitätssicherung.

 

Seiffge-Krenke (2020). Die Jugendlichen und ihre Suche nach dem neuen Ich – Identitätsentwicklung in der Adoleszenz. Kohlhammer

Die Identitätsentwicklung von Jugendlichen hat sich inhaltlich und zeitlich sehr verändert. Starke Exploration und ein verringertes Commitment in schulischen, berufsbezogenen und partnerschaftlichen Kontexten sind typisch geworden. Der Körper steht bei Jungen und Mädchen im Zentrum, wenn auch mit sehr unterschiedlicher Bewertung, sexuelle Identität und Partnerpräferenz sind sehr variabel geworden. Das Buch beschreibt die Identitätsentwicklung und ihre Gefährdungen in einem „Zeitalter des erhöhten Narzissmus“, der medialen Einflüsse im Kontext veränderter elterlicher Erziehungsstile und einer zunehmenden kulturellen Diversität.

Seiffge-Krenke (2017). Psychoanalyse des Mädchens. Stuttgart: Klett-Cotta

Mädchen, eigentlich die Gewinner der Bildungsentwicklung, sind immer häufiger in Therapien anzutreffen. Warum ist das so? Welche Konstellationen und zentralen Beziehungskonflikte führen zu psychischen Störungen, was daran ist »typisch weiblich« und welche therapeutischen Herausforderungen ergeben sich daraus? Ausgehend von den psychoanalytischen Weiblichkeitstheorien - wo bleibt das Mädchen? - geht es um die Beziehungen der Mädchen zu ihren Müttern, ihren Vätern, zu Geschwistern und Freundinnen, aber auch um Mädchenkörper und Sexualität, um aggressives und selbstschädigendes Verhalten, um Ängste, Depressionen, und Ess störungen sowie um die Probleme von Mädchen aus Migrantenfamilien. Im Zentrum steht die Frage: macht Autonomie heute noch Angst? Es werden viele Patientinnen vorgestellt, aber auch hilfreiche Vergleiche mit klinisch-unauffälligen Mädchen zur Einschätzung der Krankheitswertigkeit einer Störung gegeben.

Seiffge-Krenke (2017). Widerstand, Abwehr und Bewältigung. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht

Die Geschichte der Psychoanalyse ist durch einen starken Widerstand gegenüber analytischen Konzepten gekennzeichnet, und auch im Alltagsleben spielen Widerstand und Abwehrmechanismen eine große Rolle. Für die klinische Arbeit sind Widerstand und Abwehrmechanismen sind von enormer praktischer Bedeutung und erfordern auch unterschiedliche Interventionen. Widerstände und Abwehrmechanismen haben eine positive Funktion im Behandlungsprozess und geben Hinweise auf das Strukturniveau und die Qualität der therapeutischen Beziehung, sind allerdings auch ein „Warnsignal“ für den Therapeuten zum Schutz des Patienten und können stark lebenseinschränkend sein. Widerstände verändern sich in einer laufenden Behandlung, und auch andere Abwehrformationen werden sichtbar. Frühe Abwehrformationen wie Spaltung, Projektion und projektive Identifizierung stellen eine besondere Herausforderung für die therapeutische Arbeit dar.

Seiffge-Krenke (2016) Väter, Männer, kindliche Entwicklung. Ein Lehrbuch für Psychotherapie und Beratung. Heidelberg: Springer

Das Buch beleuchtet, wie sich die Rolle von Vätern, ihre Beziehung zum Kind und zur Partnerin verändert haben, wie sich Väter in unterschiedlichen familiären und kulturellen Kontexten fühlen und verhalten und welche Konsequenzen sich daraus für den Beratungskontext und die Psychotherapie. Wichtige Kapitel umfassen die Beziehung von Vätern zu Söhnen und Töchtern, alleinerziehende Väter, frischgebackene Väter, Trennungsväter und ihre Kinder, homosexuelle Väter, der Tod des Vaters und Väter in Psychotherapie

Seiffge-Krenke et al., (2014). Die Konfliktachse der OPD-KJ-2. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

Die Konfliktachse der OPD-KJ -2 hat in intensiver Fallarbeit die Anwendung der OPD-KJ in der psychotherapeutischen Praxis erprobt und legt ein umfangreiches Fallbuch vor, in dem die diagnostische und therapeutische Arbeit and Kindern und Jugendlichen in tiefenpsychologisch fundierter und analytischer Therapie illustriert werden. Berichterstellung an den Gutachter, Einsatz der OPD-KJ-2 Konfliktachse in der Supervision und in der Elternarbeit (einschließlich der transgenerationalen Perspektive werden illustriert und die Arbeit mit der OPD-KJ in der psychiatrischen Praxis dargestellt. Ob gesunde Kinder und Jugendliche auch intrapsychische zeitlich überdauernde Konflikte haben, welche Konfliktvorläufer man bei Babys findet und wie die OPD-KJ in der Therapieevaluation eingesetzt werden kann, wird ebenfalls erläutert.

Seiffge-Krenke (2012). Therapieziel Identität. Therapeutische Konsequenzen der veränderten Identitätsentwicklung. Stuttgart: Klett-Cotta

Psychotherapeuten begegnen heute zunehmend jüngeren Patienten, deren Identität noch nicht entwickelt ist, oder älteren, deren Identität verunsichert ist, beispielsweise durch den Verlust ihrer Arbeitsstelle oder durch die Trennung von ihrem Partner. War früher die Wiederherstellung der Autonomie eines Patienten das vordringliche Therapieziel, so rückt heute verstärkt die Identitätsarbeit in den Vordergrund, oftmals das Zusammenfügen von nichtkohärenten Identitätsfragmenten. Die Zahl der Fälle dieser „Identitätsdiffusion“ nimmt gegenwärtig zu, da sich Familie und Arbeitswelt – die eigentlichen Ankerpunkte für eine solide Identitätsentwicklung – im Umbruch befinden und ihre althergebrachten Funktionen immer seltener erfüllen. Zugleich gibt es eine zunehmende Anzahl von Patienten mit Migrationshintergrund, die ihre Identität erst entwickeln oder stark verändern müssen. Diese Entwicklung wird aufgegriffen und reflektiert und die therapeutischen Konsequenzen aufgezeigt.